Norbert Maibaum - Mini Saison 2008 - Transat 6,50 2009

GER 338 - Coconut Run

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Ein Tag am Äquator

Oktober 19th, 2009 · Transat 6,50

für den Führenden der Protowertung, Thomas Ruyant (667), der als erster im diesjährigen Transat 6,50 am Sonnatg, den 18. Oktober 2009 die imaginäre, rund 40.075 Km lange Linie, die den Globus in der Mitte zwischen den Polen umspannt und die Nord- von der Südhalbkugel trennt, überquert.  Er verläßt damit die Nordhemispäre und die im Rennverlauf abnehmenden nördlichen Gradzahlen, um ab sofort bei seinen Positionsangaben aufsteigende Südgrade zu verzeichen. Für ihn steht die Welt jetzt auf dem Kopf.

Die Äquatortaufe hatte Thomas bereits vor zwei Jahren hinter sich gebracht. Diese alte Seemannstradition sieht für denjenigen, der bei einer Passage von Norden nach Süden zum ersten Mal die magische Linie überquert eine Zeremonie vor, bei der der Täufling von einem verkleideten Neptun und seinem Hofstaat, vom Schmutz der Nordhalbkugel gereinigt wird und mit einem Spitznamen versehen wird, bevor er die südliche Halbkugel betritt. In Frankreich wechselt der Spitzname mit der Anzahl der Äquatorüberquerungen und so können sich u.a. nach zweifacher Passage auch Bertrand Delesne (754) und Stéphane Le Diraison (679) “Chevalier” (Ritter) nennen und jene wie Olivier Avram (618) oder Fabien Despres (617) nach dem dritten Mal “Dignitaires” (Würdenträger).

Während der Großteil der Miniflotte noch mit den Tücken der Kalmen zu kämpfen hat, sind diejenigen, die diese instabile Zone bereits verlassen konnten auf konstante Süd bis Südostwinde gestossen und machen wieder gute Fahrt. Ihre Gedanken richten sich bereits auf den nächsten Wegepunkt der Regatta: Fernando da Noronha, dem dritten Archipel vulkanischen Ursprungs auf der zweiten, 3100 Meilen langen Etappe. Die aus 21 Inseln bestehende, brasilianische Inselgruppe liegt ungefähr 350 Kilometer vor dem nordostbrasilianischen Festland.

Bis zur letzten Positionsmeldung heute Abend haben 4 weitere Skipper ebenfalls den Äquator überquert. Unterdessen gibt es auch weniger erfreuliche Nachrichten zu vermelden. Der Neu-Kaledonier Antoine Rioux (736) hatte bereits am Samstag durch das Drücken des roten Knopfes auf seiner Inmarsat-Funkbake der Regattaleitung signalisiert, dass er ein schwerwiegendes Problem an Bord hat und Unterstützung benötigt. Kurz nach dem Signal dreht das Begleitboot “Solo” um und nimmt Kurs auf Antoine. Der Bruch eines Schwertes seines Protos hat einen gravierenden Wassereinbruch zur Folge. Zunächst wird eine provisorische Reparatur versucht, die jedoch die 600 Meilen bis zum nächsten Festland nicht übersteht und schon nach wenigen Meilen erneut kaputt ist. Antoine bleibt nichts anderes übrig, als das von ihm für dieses Transat selbst gebaute Boot endgültig aufzugeben und als Mitsegler auf dem Open 60 “Solo” anzuheuern. Eine schwere und deprimierende Entscheidung ohne Alternativen.

Damit verbleiben am 14. Tag auf See 79 Minis im Rennen, denen der atlantische Ozean auf den 650 Kilometern, über die sich das Feld erstreckt, sein kontrastreiches Gesicht offenbart. Die Feldspitze segelt unter blauem Himmel und angenehmen 15 Knoten aus südsüdöstlichem Sektor. Das Hauptfeld bewegt sich langsam aus Wetterwechselspiel, während das Feldende voll in dessen Einflußbereich mit Gewittern, Flauten, Wasserhosen und 360° Winddrehern gerät.

Die Classements sahen am 18. Oktober 2009 um 15:00 Uhr folgendermaßen aus:

Protos (32 Boote im Rennen):

1. Thomas Ruyant (Faber France) 667: 897,49 Meilen zum Ziel
2. Henri-Paul Schipman (Maisons de l’avenir Urbatys) 716: 28,85 Meilen zum Führenden
3. François Cuinet (Plan Jardin) 412: 39,44 Meilen zum Führenden
4. Stéphane le Diraison (Cultisol-Marins sans frontières) 679:  67,25 Meilen zum Führenden
5. Bertrand Delesne (Entreprendre Durablement) 754: 69,62 Meilen zum Führenden

Serienboote (47 Boote im Rennen)

1. Francisco Lobato (ROFF TMN) 607: 1029,68 Meilen zum Ziel
2. Charlie Dalin (Cherche Sponsor-charliedalin.com) 435: 21,09 Meilen zum Führenden
3. Ricardo Apolloni (Ma Vie pour Mapei) 426: 29,09 Meilen zum Führenden
4. Fabien Sellier (Surfrider foundation) 483: 45, 54 Meilen zum Führenden
5. Antoine Debled (RegionsJob.com) 455: 62, 84 Meilen zum Führenden
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21. Andreas Lindlahr (Umpalumpa) 682: 132,23 Meilen zum Führenden
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46. Norbert Maibaum (Coconut Run) 338: 386,10 Meilen zum Führenden

Leider gibt es von offizieller Seite erneut nur Informationen über zwei Extreme: Die Feldspitze und Rennabbrüche. Das Haupt- und Endfeld bleibt informationstechnisches Niemandsland. Ich begnüge mich also mit dem Wissen, dass Norbert auf Grundlage der Positions- und Geschwindigkeitsangabenauf einem guten Weg ist und von gravierenden Problemen verschont geblieben ist und wünsche ihm weiter Gute Fahrt durch die Hexenküche des Pot au Noir. Bon vent !

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Facettenreich

Oktober 15th, 2009 · Transat 6,50

ist auch der zwölfte Tag auf See für die 80 im Rennen befindlichen Skipper auf ihren Minis. Der Pot au Noir präsentiert sein vielseitiges Gesicht. Manchen legt er eine Flautenfalle aus, anderen beschert er durch eine Böe oder mehr guten Vortrieb. Die Gewittertätigkeit ist wohl sehr ausgeprägt, extreme Windspitzen in den zugehörigen Schauerböen sind aber wohl bislang ausgeblieben.

Die Spitzenpositionen in den beiden Wertungen wechseln heute nach langer Beständigkeit häufig. Eine besondere Aussagekraft liegt jedoch nicht darin. Zu tief stcken die Minis noch in den wechselhaften Kalmen, als dass man aus einer momentanen Führung auf einen Etappensieg schließen könnte. Für den Gesamtsieg werden überdies die Zeiten der Etappen addiert, das heißt, dass in den meisten Fällen der Führende den Etappensieg, aber noch lange nicht den Gesamtsieg in Aussicht hat. Charly Dalin (435) führte zwar seit Tagen beeindruckend das Feld der Serienboote an, hat jedoch ca. 22,5 Stunden Rückstand auf den Sieger der ersten Etappe Francisco Lobato (607).

1300 Meilen bis zum Ziel hatte bei der Positionsmeldung um 17:00 Uhr der junge Südafrikaner Matt Trautmann (419) mit seinem Proto noch vor sich. Er hat heute überraschend die Führung übernommen. Für die Rennentscheidung wird es vermutlich entscheidend sein welche Option - östlich oder westlich vom direkten Kurs - beim Verlassen des Pot und Eintreten in den Südost-Passat sich als die bessere erweisen wird. In ein bis zwei Tagen wird sich dies zeigen.

Mittlerweile haben alle Skipper, die auf einer der Kapverdischen Inseln einen Reparaturstop eingelegt hatten das Rennen wieder aufgenommen. Leider gibt es vom Veranstalter hauptsächlich Berichte und Nachrichten über die Feldspitze. Andreas Lindlahr (682) hat noch 1424 Meilen vor. Er meldete heute Probleme mit seinem Funkgerät. Ich hoffe für ihn, dass er diese wieder beheben kann, denn der einzigen Kommunikationsmöglichkeit beraubt zu werden, die während der Regatta zulässig ist, bedeuted einen herben Einschnitt. Norbert hat heute Nachmittag noch 1707 Meilen bis nach Bahia. Ihm bleibt der Nordost-Passat momentan noch treu und ich stelle mir vor, dass er unter strahlendem Himmel problemlos über den azurblauen Atlantik segeln kann.

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“Ein Mann, ein Boot”

Oktober 14th, 2009 · Transat 6,50

heisst der Artikel im Sportdossier des Spiegel Nr. 41 / 2009 den Detlef Hacke über die Transatteilnahme von Norbert Maibaum verfasst hat.

Hier gibt es den Artikel als Download:

http://www.norbertmaibaum.com/Der Spiegel Nr 41_2009_Ein Mann ein Boot.PDF

Spiegel Ein Mann ein Boot 05.10.2009 Ein Mann, ein Boot

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Gewitter und Hoffnungen

Oktober 14th, 2009 · Transat 6,50

prägen die aktuelle Phase des Rennens. Die Spitzengruppe der Protos ist unaufhaltsam auf dem Weg in die Zone der Wetterlotterie deren Passage für den Rennausgang erfahrungssgemäß sehr entscheidend ist. Entsprechend verlangsamt sich zunächst ihr Vorankommen. Das Feld für neue taktische Schachzüge steht bereit. Die Skipper beginnen sich mit unterschiedlichen Strategien zu positionieren. Nach den neuesten Wetterprognosen befindet sich die Intertropische Konvergenzzone zwischen dem 5. und 7. nördlichen Breitengrad. Haben die Minis diese schwierigen 120 Meilen überwunden können sie auf einen ausgeprägten Südost-Passat hoffen, der ihnen den Weg nach Brasilien erleichtern wird.

Teilweise in Sichtweite segelnd werden sich die Navigateure nur wenig Ruhe gönnen, könnte sich doch der über Sieg und Niederlage entscheidende Vorteil in der nächsten Wolke oder dem nächsten Schauer verstecken. Wachsamkeit heißt die Devise. Sie sind wieder ein wenig enger zusammengerückt. Die ersten 10 des Classements sind innerhalb von knapp 45 Meilen versammelt. Erfreulich, dass Sébastien Picault (198), der von seinen Minikollegen meist Pic genannt wird, mit seinem legendären von Magnen entworfenen Proto, dem Siegerboot des Transat in 1997, ebenfalls in dieser Gruppe zu finden ist. Meist gleicht das von ihm heiss geliebte Boot mehr einer Baustelle, als einem zur Regatta auslaufbereiten Rennboot. Oft schon schuftete der in Rennes lebende Bretone nächtelang an seinem Mini um grobe Schäden zu beheben, während die anderen eine Pause während eines Etappenstops genossen. So auch in Funchal. Ein markiges Original, dass die Miniszene bereichert und immer wieder gerne für erzählenswerte Geschichten sorgt.

Während ein Teil mit dem Wetterwechsel konfrontiert wird, bleibt Norbert im Einflussbereich der Kapverdischen Inseln der Nordost-Passat erhalten, auch wenn sich dieser abzuschwächen beginnt. Bereits am Morgen des 13. Oktober hat Norbert die 2000 verbleibenden Meilen unterschritten. Gegen 03 Uhr nachts hatte er die Inseln São Nicolau an steuerbord und Sal an backbord querab. Über ein Drittel der Strecke der zweiten Etappe liegt jetzt hinter ihm!

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Wetter Potpourri

Oktober 12th, 2009 · Transat 6,50

Die kunterbunte meterologische Mischung die die Intertropische Konvergenzzone für die Miniskipper bereit hält wird diese für die nächste Zeit beschäftigen. Ungewöhnliche Erscheinungen zeigte das Wetter schon seit Beginn der zweiten Transatetappe, nun setzen sie sich auch in Äquatornähe fort. Zwischen den Nord- und Südpassatzonen regiert die Instabilität. Jeweils bis zum 10. Breitengrad befindet sich der Kalmengürtel, immer ein wenig in Bewegung in Abhängigkeit der Jahreszeiten und Wettersysteme. Dieses Jahr verzeichnen die Meterologen von Météo Consult eine besonders aktive Zone, die sich durch heftige Gewitter mit Schauerböen bis zu 45 Knoten auszeichnet.

Die Feldspitze ist bereits in den Einflussbereich der Zone gelangt, was sich in einer verlangsamten Geschwindigkeit bemerkbar macht. Die Karten werden neu gemischt. Der ehemals Führenede Betrand Delesne (754) ist von seinen Verfolgern eingeholt. Meilenvorsprung reduziert sich jedoch im bevorstehenden Wetterroulette zur Bedeutungslosigkeit.

Die 80 bootstarke Miniflotte ist am neunten Regattatag sehr weit auseinandergezogen. Mit Knapp 985 Km in der Länge und 275 Km in der Breite deckt sie damit eine Fläche von rund 270.875 Quadartkilometern - immerhin rund 77 % der Fläche Deutschlands - auf dem Ozean ab. Enorm und wie die gesamte Regatta extrem !

Die beiden Schweizer Fabrice Germond (476) und Mathieu Verrier (615) machen mit ihren Protos derweil auf der Insel Sao Vicente ihren angekündigten technischen Stop. Ich drücke den beiden sympathischen Seemännern die Daumen, dass sie die Probleme an den Booten beheben und sich ebenfalls auf den großen Abschnitt der langen zweiten Etappe begeben können.

Rund 120 Meilen weiter südlich betätigt sich der 3000 Meter hohe Vulkan Fogo als Spielverderber für Mathis Prochasson (504), Pierre Rolland (722) und Arnaud Vasseur (247) in dem er die drei, die ihn in rund 60 Meilen Entfernung südwestlich passieren, durch seine weitreichende Windabdeckung ausbremst. Bis zu 100 Meilen kann sich der von den Seglern gefürchtete Windschatten des Berges auf dem Wasser auswirken.

Norbert wird wohl noch vor dem Morgengrauen mit Coconut Run die Durchfahrt des Archipels beginnen. Ich bin gespannt, welche Route er dabei wählen wird. Andreas Lindlahr hat sich während der Passage auf den 25. Platz vorgearbeitet.

Die Spitzengruppe bereitet sich auf den Eintritt in die anstrengende Zone des Wetterpotpourris vor. Während des Etappenaufenthaltes in Funchal erzählten einige Skipper von früheren Erfahrungen und Erlebnissen beim Passieren des Pot au Noir. Nicolas Boidevezi (719) will auf jeden Fall gut ausgeruht dort ankommen, um dann hellwach zu sein bei der Suche nach den vorteilbringenden Windfeldern zwischen den Flauten. Stéphane Le Diraison (679) berichtet, wie er während des Transat 2007 hilflos mit ansehen musste, wie der in Sichtweite, nur ca. 150 Meter von ihm entfernt segelnde Hervé Piveteau, ein Windfeld erwischte und sich immer weiter entfernte, wohingegen er selbst noch die nachfolgenden 12 Stunden in der Flaute gefangen blieb.

Die Classements sahen am 12. Oktober 2009 um 15:00 Uhr folgendermaßen aus:

Protos (33 Boote im Rennen):

1. Thomas Ruyant (Faber France) 667: 1 646,72 Meilen zum Ziel
2. Bertrand Delesne (Entreprendre Durablement) 754: 3,24 Meilen zum Führenden
3. Henri-Paul Schipman (Maisons de l’avenir Urbatys) 716: 6, 34 Meilen zum Führenden
4. Stéphane le Diraison (Cultisol-Marins sans frontières) 679:  30,89 Meilen zum Führenden
5. Fabien Després (Soitec) 617: 30,93 Meilen zum Führenden

Serienboote (47 Boote im Rennen)

1. Charlie Dalin (Cherche Sponsor-charliedalin.com) 435: à 1 737,53 Meilen zum Ziel
2. Ricardo Apolloni (Ma Vie pour Mapei) 426: 7,43 Meilen zum Führenden
3. Xavier Macaire (Masoco Bay) 472: 18,37 Meilen zum Führenden
4. Francisco Lobato (ROFF TMN) 607: 24,31 Meilen zum Führenden
5. Luca Del Zozzo (Corradi) 686: 41,89 Meilen zum Führenden
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25. Andreas Lindlahr (Umpalumpa) 682: 132,42 Meilen zum Führenden
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46. Norbert Maibaum (Coconut Run) 338: 355,47 Meilen zum Führenden

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Letzte Haltestelle vor der Autobahn

Oktober 11th, 2009 · Transat 6,50

Diese treffende Bezeichnung verwendet Denis Hugues, Directeur de Course während des Transats gerne in Bezug auf die Kapverdischen Inseln. Ein knappes Dutzend Skipper hat bereits angekündigt die vorerst letztmalige Landnähe für einen Reparaturstop zu nutzen, bevor für rund 1200 Meilen Hochsee vor den Minis liegt. Das größte Stück der zweiten Transatetappe führt die Boote durch eine klimatisch berühmt berüchtigte und zugleich geheimnisumwitterte Region: den “Pot au Noir” - die Kalmenzone. In dieser auch Intertropische Konvergenzzone (ITCZ) genannten, nur wenige hundert Kilometer breiten Tiefdruckrinne in Äquatornähe treffen die Passatwinde der Nord- und Südhalbkugel aufeinander. Das Ergebnis dieser Begegnung ist eine häufige Windstille, die das Passieren des Kalmengürtels für segelnde Seefahrer seit je her erschwert.

Durch die im Zenit stehende Sonne steigen große Luftmassen nach oben, was eine starke Wolkenbildung zur Folge hat und häufig wolkenbruchartige Schauer und Gewitter verursacht. Flaute und Sturm können sich in sekundenschnelle ablösen. Für die Skipper eine sehr nervenaufreibende Angelegenheit. Permanent müssen sie Windfelder und Wolken suchen, um der Flaute zu entfliehen und sich gleichzeitig vor plötzlichen Sturmböen in Acht nehmen. Die Navigateure müssen sich auf ihren Instinkt, ihre Vorausschau und Erfahrung verlassen.

Die Spitzengruppe der Protos hat die Kapverdischen Inseln bereits passiert und ist südlich der teilweise bis zu 3000 Meter aus dem Atlantik ragenden Vulkaninseln in den Einfluss schwächerer Winde geraten. Dies verhilft den Verfolgern den Abstand auf die Führenden zu verringern. Das Hauptfeld der Serienboote bevölkert zeitgleich die diversen Durchfahrtmöglichkeiten zwischen den Inseln.

RaceTracker 11.10.09 Letzte Haltestelle vor der Autobahn

Die Gesamtführenden bekommen bereits jetzt die ersten aus der Kalmen resultierenden Störungen zu spüren. Sie müssen Abschied nehmen von den konstanten Winden des Nordost-Passat und die von Instabilität geprägte Zone möglichst schnell durchfahren, um danach in den Genuss des Südost-Passates zu gelangen.

Neben den zahlreichen Schadensmeldungen gibt es leider auch den Rennabbruch eines weiteren Teilnehmers zu vermelden. Der Italiener Simone Gesi (704) bricht wegen seines defekten Autopiloten am achten Renntag auf Gran Canaria die Regatta ab. Damit verbleiben 80 Minis im Rennen. Vor diesem Hintergrund sind für mich als Internetverfolger keine Nachrichten bei normalen Kurs- und Geschwindigkeitswerten von Norbert immer gute Nachrichten, da er zumindest keine gravierenden Probleme zu haben scheint.

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Pannentag

Oktober 11th, 2009 · Transat 6,50

Am Samstag, den 10. Oktober kommt es zu einer gehäuften Meldung von Pannen und Schäden an Bord der Minis. Vermutlich die Essenz der morgendlichen Funkrunde, bei der sich alle Skipper bei dem in ihrer Nähe segelnden Begleitboot der Reihe nach melden. Mindestens 10 Minis haben mit größeren oder kleineren Problemen zu kämpfen: Mathis Prochasson (504) mit dem Autopiloten, Emmanuel Laurent (389) ist ein Ruderblatt gebrochen, Amaury François (697) mit der Ruderblattaufhängung, Jesse Rowse (176) mit dem Vorstag und dem Schwenkbaum, Fabrice Germond (476) mit der Elektronik, Matthieu Galland (219) ist das Wasserstag gebrochen, Marine Feuerstein (395) und Hervé Aubry (582) ist ein Spi geplatzt, Geoffrey Duniam (659) mit der Pinne und Rémy Cardona erlebte heute Nacht einen “vrac”, einen extremen Sonnenschuss bei dem vermutlich der Mast die Wasseroberfläche touchiert hat. Da er eingepickt war verlief alles glimpflich und konnte mit dem anschliessenden Aufräumen des Bootes wieder normalisiert werden.

Die Schäden sind wohl eindeutige Anzeichen für einen kräftigen Passatwind. Das Begleitboot Celeste ist am Feldende positioniert und meldet 25 Knoten Wind bei bewegter und unregelmäßiger See.

Racetracker 10.09.09 Pannentag

Die Serienbootwertung wird wie schon seit Tagen von Charly Dalin (435) angeführt. Heute folgen dem jungen Franzosen aus Le Havre auf zweiter und dritter Position der Italiener Ricardo Apolloni (426) und der wohlbekannte Portugiese Francisco Lobato (607). Andreas (682) und Norbert (338) sind zu diesem Zeitpunkt auf dem 31. und 46. Rang des Classements.
Bei den Protos hat sich der Sieger der ersten Etappe Bertrand Delesne (754) an die Spitze gearbeitet. An zweiter und dritter Stelle des Rankings befinden sich mit Thomas Ryant (667) und Henri Paul Shipman (716) zwei weitere Franzosen.

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Das nächste Archipel

Oktober 9th, 2009 · Transat 6,50

auf der Route der Minis nach Bahia sind die Kapverdischen Inseln, eine kleine Inselgruppe im Atlantik ca 460 km vor der westafrikanischen Küste. Insgesamt gehören ca. 15 Inseln zu dem 1445 von portugiesischen Seefahrern entdeckten Archipel vulkanischen Ursprungs. Es teilt sich in eine Nord- und eine Südgruppe auf. Die Ilhas de Barlavento (Inseln über dem Wind) und die Ilhas de Sotavento (Inseln unter dem Wind). Sie markieren einen der wenigen obligatorischen Wegepunkte der Regatta. Die Vorgabe lautet zwischend der westlichsten Insel der Nordgruppe “Santo Antao” und der östlichesten Insel der Südgruppe “Maïo” hindurchzufahren.

 Das nächste Archipel

Die erfreulich beschleunigte Geschwindigkeit, die der Race-Tracker für Norbert am Donnerstag, den 08. Oktober anzeigt, markiert dass er die Flautenzone südlich der Kanarischen Inseln endlich hinter sich lassen konnte. Im Gegensatz zum hinteren Feld segeln die Führenden unter günstigeren Windbedingungen im stärkeren Passat mit rund 20 Knoten aus Nordost und somit auch mit höheren Geschwindigkeiten. Das Gesamtfeld ist am 6. Regattatag schon knapp 600 Meilen auseinandergezogen, wobei das erste und das letzte Boot je ein Proto ist. Caroline Vieille (439), eine der sechs Teilnehmerinnen, ist nach ihrem technischen Stop auf La Palma zwar wieder im Rennen, konnte den Defekt an ihrem Autopiloten aber nicht vollständig beheben. Die Regattaleitung war besorgt von dieser Meldung und ließ sich über ein spanisches Maritime Rescue Coordination Center (MRCC) - eine Leitstelle zur Koordination von Seenotfällen - per Funk mit ihr verbinden. Caroline ist guter Dinge und äußerte den Wunsch das Rennen unbedingt fortsetzen zu wollen.

Die Regattaleitung beobachtet wachsam und beständig die Kurse und Geschwindigkeiten der Minis um eventuelle Auffälligkeiten, die auf Probleme der Skipper auf hoher See schließen lassen können, so schnell wie möglich zu entdecken. Ergeben sich größere Abweichungen zu den Stunden zuvor oder zu anderen Booten in räumlicher Nähe, wird versucht Funkkontakt von einem Begleitboot aus aufzunehmen. Teilweise dirigiert Denis Hugues (Directeur de Course) die Begleitboote auch in die Nähe des “auffälligen” Minis. Anders als die 81 Regattaboote nehmen die 7 Begleiter deshalb selten den direkten Kurs aufs Ziel.

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Enfin les alizés !

Oktober 9th, 2009 · Transat 6,50

Endlich sind sie da ! Les alizés - die Passatwinde. Lang ersehnt haben sie sich schließlich eingestellt. Die großen Spis werden gezogen und das Surfen über die Atlantikwellen beginnt.

Der Open 60 Max Havelaar hat 2004/2005 im Rahmen der Vendee Globe eine Einhandweltumsegelung erfolgreich beendet und ist jetzt eines der 7 Begleitboote. Die Crew berichtet von ihren Erlebnissen auf See. Seit zwei Tagen segeln sie im Bereich der Spitzengruppe des Feldes und begleiten diese auch bei deren Passage durch die Kanarischen Inseln. An der Nordküste von Teneriffa entdecken sie Bertrand Delesne (754), der nur 20 Meter von der Steilküste entfernt kreuzt. Ein gewagtes Unterfangen, dass sich jedoch durch die raumenden Winde für ihn auszahlt. Die 6 Boote der Spitzengruppe navigieren schon seit über 30 Stunden in Sichtweite. Eine wirklich taktisch anspruchsvolle Hochseeregatta!

Die Kulisse bildet ein wunderschöner Sonnenuntergang hinter Gomera und Mondaufgang hinter Teneriffa. Nach einer sehr ruhigen Nacht unter klarem Sternenhimmel aber grosser Taufeuchtigkeit nimmt die kleine Flotte eine Flautenzone in Angriff. Im schwachen Wind bleiben die ersten Versuche den Spi zu setzen fruchtlos. Die Skipper nutzen die Pausenzeit zum Trocknen und Aufräumen des Bootes und entspannen ein wenig. Bertrand nutzt die Gelegenheit in den Mast zu steigen und seinen Windmesser zu reparieren. Alle gehen davon aus, dass sich morgen der Passat einstellt und der Surf zu den Kapverden beginnt. Die Tagesbedingungen beschreiben sie wie folgt: Sonne, Wind unter 5 Knoten, ruhige See, Delphin, Wal und Schildkröte.

Das Begleitboot “Podorange” eskortiert die im östlichen Teil des Archipels segelnden Minis und erzählt von der Flaute und den Gedanken darüber, ob und wie lange sich diese nun aus dem Staub gemacht hat. Sie warten und bewundern zwischenzeitlich das Rauschen des Meeres, die Schwanzflosse eines Finnwales und Pottwale. Mathieu Verrier (615) meldet sich zur Funkrunde und berichtet von einem 2 Meter langen Hai, der rund 50 Meter entfernt von seinem Mini vorbeigeschwommen ist. Die Miniflotte steuert weiter ihren Wegenpunkt vor der afrikanischen Küste an. Die Stimmung ist gut. Die Verhältnisse um 18 Uhr: 15 Knoten Westwind, leicht bewegte See, wolkenloser Himmel, keine Schauerwolken am Horizont, Luftdruck 1014 hpa.

Am Mittwoch, den 07. Oktober 09 befinden sich noch 81 Skipper im Rennen. Andrew Wood (500) kann die Probleme mit seinem Autopiloten nicht beheben und muss das Rennen leider abbrechen. Nach 3 Tagen gegenan Segeln, anschließender Flaute und dem nachfolgenden Versuch den Flautenfallen zwischen den Inseln zu entkommen hat die Spitzengruppe der Minis tatsächlich den nordöstlichen Windhauch erreicht, den sie schon seit dem Verlassen des Hafens von Funchal gesucht hat. Ab jetzt heisst es die langezogenen Wellen hinunterzusurfen und die schillernden Schwärme der fliegenden Fische vor ihrem Bug zu beobachten. Leider ist diese Vergnügen zunächst nur der Feldspitze vergönnt. Das Hauptfeld dahinter - darunter auch Norbert - steckt teilweise noch in der Flautenzone.

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Islas Canarias

Oktober 7th, 2009 · Transat 6,50

Der 05. Oktober ist der dritte Tag auf See und steht für die Skipper ganz im Zeichen der Kanarischen Inseln. Am frühen Nachmittag passiert die Spitzengruppe das Archipel zwischen den Inseln La Palma und Teneriffa. Das Hauptfeld folgt der Route, teilt sich dann aber bei der Passage von Gomera auf. Nur jeweils kleine Gruppen nehmen extremere Wege und fahren entweder ganz im Westen an der Inselgruppe vorbei, oder wählen die Durchfahrt zwischen Gran Canaria und Fuerteventura.

Immernoch müssen die Minis kreuzen. Ihren Zick-Zack-Kurs dokumentiert der Race-Tracker eindrucksvoll. Auf Höhe der Inseln nimmt der Südwestwind etwas ab. Die Hoffnung der spanisch-italienischen “Ostgruppe” in der Nähe der nordafrikanischen Küste auf die Passatwinde zu stoßen erfüllt sich zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht.

Bei den Protos führt Fabien Depres (617) vor Henri Paul Shipman (716) und Nicolas Boidevezi (719). Die Serienbootwertung wird von Charlie Dalin ( 435) vor Francisco Lobato (607) und Henri Meyniel (539) angeführt. Andreas Lindlahr (682) ist 34. und Norbert 47.

 Islas Canarias

Die Nacht auf Dienstag wird in vielerlei Hinsicht spannend werden: Wird der Wind abflauen? Wird er wie vorhergesagt auf den westlichen Sektor drehen und damit einen direkten Südkurs für die Minis ermöglichen? Gibt es Flautenfallen? Der Morgen wird schließlich das Resultat der Nacht offenbaren und zeigen, ob die sich die Entscheidungen der Skipper bezüglich ihrer Navigation für sie auszahlen werden indem sie die Kanaren im Kielwasser gelassen haben, oder ob sie wertvolle Meilen auf ihre Konkurrenten verloren haben.

In der Nacht sieht sich Xavier Haize (432) gezwungen den grünen Knopf seiner Inmarsat-Bake zu drücken, um der Regattaleitung anzuzeigen, dass er ein technisches Problem an Bord hat. Alles deutet darauf hin, dass er nach Funchal zurückfahren wird. Der Grund dafür bleibt zunächst unbekannt.

Am frühen Morgen des 06. Oktobers sendet das Begleitboot “Zidibule” einen kurzen Lagebericht. Nach 60 Stunden gegenan befinden sie sich in der Passage zwischen Gomera und Teneriffa. Sie kreuzen gegen durchstehende 5 Beaufort und eine starke Strömung an. Sie berichten, dass die Skipper in den Funkrunden (vacations) zwar viel reden, jedoch nichts sagen, da sich das Rennen gerade in einer sehr taktischen Phase befindet.

Im Laufe des Tages sehen sich Yves Ravot (599), Andrew Wood (500) , Caroline Vieille (439) und Maxence Desfeux (132) gezwungen auf La Palma bzw. Teneriffa einen technischen Stop einzulegen, um Reparaturen (gebrochene Pinne und defekte Autopiloten) auszuführen. Sie wollen so schnell wie möglich das Rennen wieder aufnehmen.

Am Nachmittag teilt Xavier Haize (432) der Regattaleitung telefonisch aus Funchal seinen Rennabbruch mit. Er sieht sich außer Stande in den für einen technischen Stop erlaubten 72 Stunden den Totalausfall seiner Elektronik zu beheben.

Für die anderen spielt die Musik im Zentrum der Inseln und im Westen davon, wohingegen die 4 Minis auf der Ostroute in einer totalen Flaute stecken. Das Risiko des extremen Westkurses zahlt sich im Tagesverlauf für Charlie Dalin (435) immer mehr aus. Er kann seine Führung auf knapp 50 Meilen vor seinen Verfolgern ausbauen. Während die Geschwindigkeit der Führenden sichtbar zunimmt, gerät das Feldende leider in eine Flaute.

Rémi Aubrun (630) meldet, dass er sich bei einer Wende Teile des Großsegels zerrissen hat, den Schaden aber bereits wieder ausbessern konnte. Alles ist ok!

Die Prognose für die bevorstehende Nacht auf Mittwoch indiziert abermals eine schwierige Phase. Der Wind soll abflauen und unbeständig sein, bevor er schließlich auf West drehen, zunehmen und schließlich auf Nord weiterdrehen soll. Es wird eine ermüdende und nervenraubende Nacht, die von der Suche nach Windfeldern und vielen Manövern geprägt sein wird.

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