Norbert Maibaum - Mini Saison 2008 - Transat 6,50 2009

GER 338 - Coconut Run

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Die ersten vier

Oktober 23rd, 2009 · 1 Comment · Transat 6,50

Minis liegen bereits am fruehen Nachmittag des 22. Oktobers fest vertaeut am Steg im Hafen von Salvador. Thomas Ruyant (667), der strahlende Sieger des Transat 6,50 2009, kam mit den ersten Sonnenstrahlen um kurz nach 06 Uhr lokaler Zeit ins Ziel. Auf Grund der fruehen Stunde war das Empfangskommitee relativ begrenzt, wobei neben den Offiziellen vornehmlich die Presse vertreten war. Nach und nach fuellte sich das Race Villiage auch mit den Angehoerigen der Skipper, die in mehr oder weniger kurzer Zeit im Ziel erwartet werden.

Kurz vor 13 Uhr gibt es ein Kopf an Kopfrennen um den zweiten Platz. Bertrand Delesne (754) hat um 27 Sekunden die Nase vor Henri Paul Shipmann (716) ! Und das wohlgemerkt nach rund 3.300 reell gesegelten Meilen. Unglaublich ! Das Protododium ist bereits besetzt, als Stephane Le Diraison gegen 14:30 am Ponton empfangen wird.

Die Stimmung ist bei allen Dreien, deren Ankunft ich miterlebt habe, anders als erwartet, recht verhalten. Sobald die Salutschuesse verhallt und die Boote am Steg fest sind, folgt ein kurzer, eher zuruekhaltender Applaus der kleinen Menschenmenge auf dem Ponton. Meist sprachlos klettern die Skipper auf den Schwimmsteg, wo sie von den beiden Brasilianerinnen in traditioneller Tracht einen Caipirinha und frisches Obst ueberreicht bekommen. Auf mich wirkt die Stimmung schon fast bedrueckt, auf jeden Fall jedoch Trist und dem Anlass und der Leistung irgendwie nicht angemessen. Die in die Gesichter der Skipper eingekerbte Muedigkeit reicht als Erklaerung hierfuer nicht aus.

Nach und nach wird deutlich, dass sich wohl, abgesehen vom Sieger, die Erwartungen nicht erfuellt haben und deshalb die Stimmung nicht ueberschwaenglich wird. Die Enttaeuschung der Skipper strahlt auf die Zuschauer aus, die sich bis auf kurze Ausnahmen nicht wirklich Wagen etwas Euphorie zu zeigen. Bertrand Delesne ist enttaeuscht den Gesamtsieg nicht Errung zu haben, nachdem er die erste Etappe gewonnen hatte. Seine fuer mich hervorragende Platzierung wird um so erstaunlicher, wenn man sein folgenschweres Missgeschick zu Beginn des Pot au Noir beruecksichtigt. Dort hat er sich beim Wasserkochen mit siedendem Wasser den Fuss so schwer verbrueht, dass er eine offene Wunde vorfand, nachdem der Schockzustand abgeklungen war. Er selbst macht jedoch nicht die Verletzung, sonder Fehlentscheidungen im taktisch schwierigen Pot au Noir fuer seinen zumindest bei der Ankunft fuer ihn enttaeuschenden zweiten Platz verantwortlich.

Stephan Le Diraison ist ebenfalls schwer gezeichnet von der Muedigkeit und enormen Strapazen durch technische Defekte. Er berichtet von den zwei Tagen, an denen sein Autopilot und sein Schwenkkiel nicht funktionierte, in denen er die Folgen von ueber 30 Sonnenschuessen wieder in den Griff bekommen musste. Das mindestens 10-koepfige Team seines Sponsors steht scheinbar wortlos am Steg. Aus dem Inhalt seines ersten Interwievs wird sehr deutlich, dass fuer die mit Sponsoren ausgestattete Spitzengruppe einzig und alleine der Sieg zaehlt. Alles andere ist eine Enttaeuschung, gleich welche Umstaende und Schwierigkeiten es unterwegs zu bewaeltigen galt. Ab dem Zweiten sind gemaess dieser Denkweise alle bereits Verlierer.

Die unerwartet triste Situation beschaeftigt Catherine, die Freundin des Schweizers Fabrice Germond (476) und mich noch den ganzen Tag. Bald schon verlassen wir den Hafen und verbringen noch ein paar schoene Stunden in einem Museumskomplex am Meer. Wir hoffen, dass sich die Stimmung am Steg im weiteren Verlauf deutlich hebt, spaetstens, wenn die Nichtprofis ins Ziel kommen, die sich damit einen Traum erfuellen!

Am spaeten Abend quert noch der François Cuinet (412) als Fuenfter die Zielline. Auf den Fotos strahlt und jubelt er. Ein gutes Zeichen und hoffentlich der Beginn der Feierlaune!

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1 response so far ↓

  • 1 Hanni Mertes // Okt 23, 2009 at 11:46

    Ein toller Bericht und so können wir daheim auch noch was von der,leider nicht vorhandenen Stimmung, profitieren:-)))
    In Funchal kam es uns auch schon so vor,daß die Freude bei den Nichtprofis größer war,weil die Erwartung sicher eine ganz andere war*!!!*
    Hoffentlich springt der Funke doch noch über!!!
    Ich drücke weiter “beide” Daumen für den Endspurt*!!!*
    LG HANNI

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