Norbert Maibaum - Mini Saison 2008 - Transat 6,50 2009

GER 338 - Coconut Run

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Letzte Haltestelle vor der Autobahn

Oktober 11th, 2009 · No Comments · Transat 6,50

Diese treffende Bezeichnung verwendet Denis Hugues, Directeur de Course während des Transats gerne in Bezug auf die Kapverdischen Inseln. Ein knappes Dutzend Skipper hat bereits angekündigt die vorerst letztmalige Landnähe für einen Reparaturstop zu nutzen, bevor für rund 1200 Meilen Hochsee vor den Minis liegt. Das größte Stück der zweiten Transatetappe führt die Boote durch eine klimatisch berühmt berüchtigte und zugleich geheimnisumwitterte Region: den “Pot au Noir” - die Kalmenzone. In dieser auch Intertropische Konvergenzzone (ITCZ) genannten, nur wenige hundert Kilometer breiten Tiefdruckrinne in Äquatornähe treffen die Passatwinde der Nord- und Südhalbkugel aufeinander. Das Ergebnis dieser Begegnung ist eine häufige Windstille, die das Passieren des Kalmengürtels für segelnde Seefahrer seit je her erschwert.

Durch die im Zenit stehende Sonne steigen große Luftmassen nach oben, was eine starke Wolkenbildung zur Folge hat und häufig wolkenbruchartige Schauer und Gewitter verursacht. Flaute und Sturm können sich in sekundenschnelle ablösen. Für die Skipper eine sehr nervenaufreibende Angelegenheit. Permanent müssen sie Windfelder und Wolken suchen, um der Flaute zu entfliehen und sich gleichzeitig vor plötzlichen Sturmböen in Acht nehmen. Die Navigateure müssen sich auf ihren Instinkt, ihre Vorausschau und Erfahrung verlassen.

Die Spitzengruppe der Protos hat die Kapverdischen Inseln bereits passiert und ist südlich der teilweise bis zu 3000 Meter aus dem Atlantik ragenden Vulkaninseln in den Einfluss schwächerer Winde geraten. Dies verhilft den Verfolgern den Abstand auf die Führenden zu verringern. Das Hauptfeld der Serienboote bevölkert zeitgleich die diversen Durchfahrtmöglichkeiten zwischen den Inseln.

RaceTracker 11.10.09 Letzte Haltestelle vor der Autobahn

Die Gesamtführenden bekommen bereits jetzt die ersten aus der Kalmen resultierenden Störungen zu spüren. Sie müssen Abschied nehmen von den konstanten Winden des Nordost-Passat und die von Instabilität geprägte Zone möglichst schnell durchfahren, um danach in den Genuss des Südost-Passates zu gelangen.

Neben den zahlreichen Schadensmeldungen gibt es leider auch den Rennabbruch eines weiteren Teilnehmers zu vermelden. Der Italiener Simone Gesi (704) bricht wegen seines defekten Autopiloten am achten Renntag auf Gran Canaria die Regatta ab. Damit verbleiben 80 Minis im Rennen. Vor diesem Hintergrund sind für mich als Internetverfolger keine Nachrichten bei normalen Kurs- und Geschwindigkeitswerten von Norbert immer gute Nachrichten, da er zumindest keine gravierenden Probleme zu haben scheint.

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