Norbert Maibaum - Mini Saison 2008 - Transat 6,50 2009

GER 338 - Coconut Run

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Gegenan !

Oktober 7th, 2009 · No Comments · Transat 6,50

Damit hat wohl niemand gerechnet. Auf den ersten Meilen der zweiten Etappe des La Charente-Maritime / Bahia Transat 6,50 werden die Skipper mit einem Amwindkurs konfrontiert, der voraussichtlich bis zu den Kanarischen Inseln andauern wird.

 Gegenan !

Rund 300 Meilen hoch am Wind werden durch die untypische Wetterlage verursacht, die den sonst vorherrschenden Nordostpassat ausbleiben läßt. Dort wo sich üblicherweise das Azorenhoch befindet, sitzt ein großes, stationäres Tief und kehrt damit die Verhältnisse um.

 Gegenan !

Nachdem die 83 gestarteten Minis zu der vor dem Club Naval ausgelegten Tonne im Süden von Funchal, Madeira gekreuzt sind, nehmen sie am Nachmittag des 3. Oktober Kurs auf den offenen Atlantik.

 Gegenan !

Jetzt ist es an der Zeit eine wichtige Entscheidung zu treffen: Ost oder West heisst die Frage. Der Großteil der Flotte entscheidet sich für den Westkurs, einige wenige halten direkt auf die Kanarischen Inseln zu. Der Nachmittag wird begleitet von einer 10-Knoten Brise aus Südwest, die sich noch etwas abschwächen soll. Diese Bedingungen machen es den Seglern relativ angenehm und erlauben vermutlich eine gute Eingewöhnung in die neue Situation.

Die Nacht war hart. Von den Begleitbooten kommen ab und zu kurze Nachrichten, die einen ungefähren Eindruck von der Situation auf See vermitteln. Immer wieder fallen Schauerböen mit bis zu 35 Knoten über die Minis her.

Am nächsten Morgen hat sich das Feld bereits etwas aufgesplittet. Eine kleine Gruppe fährt nach Osten auf die Afrikanische Küste zu, in der Hoffnung dort vor den anderen auf raume, thermische Winde zu treffen, die sie auf die Passatautobahn geleiten. Das Hauptfeld hält mittlerweile direkt auf die spanische Inselgruppe zu und einige wenige wählen eine westliche Route. Auch Norbert entscheidet sich für diese Option und ist für geraume Zeit das westlichste Boot der Flotte, bevor er, wie schließlich das gesamte Feld, einen östlichen Kurs einschlägt.

Am Sonntag, den 04. Oktober kreuzen die Minis weiter gegen den 15 - 18 Knoten starken Südwestwind an. Begleitet werden sie von zahlreichen ergiebigen Regenschauern, die das Bordleben schon nach kurzer Zeit in den Aufenthalt in einer Tropfsteinhöhle verwandeln.

Erste Probleme werden an die Regattaleitung gemeldet. Meist macht die Elektronik Ärger, vor allem die für die Einhandsegler so wichtigen Autopiloten.

Die alles überschattende Ost-West-Frage ist immer noch die schwierigste Aufgabe der Navigateure. Die Fahrt in den Küstengewässern Nordafrikas ist durch die zahlreichen meist unbeleuchteten Fischerboote nicht ungefährlich und ob sich wirklich die ersehnten Thermikwinde einstellen, oder ob die Skipper in eine Flaute steuern bleibt ungewiss. Zudem bedeutet der Ostkurs sich zunächst vom eigentlichen Ziel zu entfernen und ist damit auch eine anspruchsvolle mentale Aufgabe, wenn man noch knapp 3000 Meilen vor sich hat. Die Passage durch die Inselgruppe selbst ist durch Fallwinde, Strömungen und starken Schiffsverkehr anspruchsvoll.

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