Norbert Maibaum - Mini Saison 2008 - Transat 6,50 2009

GER 338 - Coconut Run

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Pornichet Select 6,50 - 2009: Bericht Teil 2 - Der Start

Mai 16th, 2009 · No Comments · Pornichet Select 6,50 Ed. 2009, Qualifizierung Transat 6,50

Der Wind ist für uns genau an der Grenze: 18 Knoten. Ich entscheide mich erstmal für das erste Reff im Groß. Die Fock setze ich nicht, sondern warte damit - so wie die meisten der anderen Boote. Einige davon verbringen die Wartezeit sogar beigedreht und nur treibend: mit der Fock back stehend und offener Großschot … an Deck ist niemand zu sehen.

Bei den 64 Mini´s die sich bald in der kleinen Bucht vor Pornichet tummeln ist einige Vorsicht geboten. Etwa eine halbe Stunde vor dem Start entscheide ich mich die Genua anstelle der Fock zu nutzen und wechsle, d.h. Fock abbauen und unter Deck bringen, Genua hoch und anschlagen. Das Groß ist bereits seit einer Stunde ausgerefft. Der Wind ist inzwischen runter auf etwa 10 Knoten.

Die Startlinie ist aufgebaut und zweimal segele ich diese ab. Ich entscheide mich dafür die Mitte der Linie zu wählen. Beim Start erwische ich eine große Lücke. Das ist gut, denn damit habe ich auf jeden Fall freien Wind. Und ich bin auf der “richtigen” Seite. Die Boote die von der anderen Seite kommen müssen mir ausweichen.

Pornichet Select 650 2009 Start

Sicherheitshalber sitze ich unten in Lee. Plötzlich, bevor ich realisiere was passiert kommt ein anderes Boot von der falschen Seite, also von unten. Der Skipper ist an Deck und wir haben Blickkontakt. Eine Sekunde: Er wird sofort die Pinne nehmen und hinter mir rumgehen. Noch eine Sekunde: Jetzt aber! Er sieht mich doch, was ist denn los? Wenn ich jetzt selbst abdrehe knallt der mir in meine Ruderanl…WWRRRRUUUMMMMSSS !! AUUUUAA!

Das gibt es doch nicht! Der Typ ist mir voll in die Seite  gefahren! Wahnsinn! Er flucht, ICH AUCH! Ich war auf der richtigen Seite: PROTEST!

Ich melde mich über Funk beim Startschiff und reporte den Vorfall.

Der Schaden sieht wirklich nicht gut aus. WIR SIND IN EINEM RENNEN! Die möglichen Optionen ziehen mit Geschwindigkeit an mir vorbei: Abbruch? Reparaturstopp? Weitersegeln?

“Muss ich abbrechen?” “NEIN!”,

“Habe ich einen Wassereinbruch?” “NEIN!”

“Muss ich direkt reparieren?” Keine Antwort. “MUSS ICH DIREKT REPARIEREN?” Ich sehe wie die anderen Boote segeln. 10, 15 Bootlängen sind die schon weg… “MUSS ICH DIREKT REPARIEREN?” “NEIN!”

Weitersegeln? “JAA!” “WEITERSEGELN!” “WIR SIND IN EINEM RENNEN!” “WIR SEGELN DIESES RENNEN!”

Und wir nehmen wieder Fahrt auf. Die Regattaleitung ruft jetzt auch die beiden Boote des Zusammenstoßes. Ich antworte. Ich melde meinen Protest an. Der Schaden zwingt mich nicht zum Stopp oder Abbruch. Ich frage, ob ich direkt weitersegeln kann. “Qui, Ok 338, you can continue the race.” “Commitee pour 338, merci”.

Und los geht es. ES IST EIN RENNEN! Es ist das PORNICHET SELECT 6,50!

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