Norbert Maibaum - Mini Saison 2008 - Transat 6,50 2009

GER 338 - Coconut Run

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Radikaler Wandel

Juli 28th, 2008 · No Comments · Azoren-Race, Qualifizierung Transat 6,50

Der heutige Montag bringt den Minis durch die über die Biskaya ziehende Gewitterfront radikal veränderte Bedingungen. Böiger Wind, Regen und eine ungemütliche Welle aus westlicher Richtung. In diesen Bedingungen zieht sich das Feld noch weiter auseinander.

Plötzlich ziehen schwarze Wolken am Horizont auf, Blitze erhellen den Himmel und von Weitem ertönt Donnergrollen. Schnell überdeckt die Gewitterfront die gesamte Miniflotte und der schwache Südwind, der noch bis zum Montagmorgen jedes Vorankommen gebremst hat, macht einem Starkwind aus Westen platz.

Innerhalb weniger Minuten verändert sich alles, die bisherigen Randbedingungen des Segelns werden über den Haufen geworfen, der Rhytmus wird beschleunigt. Die Biskaya, eben noch glatt wie ein See wird zur Buckelpiste und die kräftigen Windstöße machen ein bis 2 Reffs im Großsegel erforderlich. Gestern Nacht schlugen noch die Segel in einer langen Dünung aus Westen auf bleiernem Wasser müde von einer Seite zur anderen. Jetzt wird für die nächste Zeit ruppiger Seegang, böiger Wind und überkommende Gischt die Verhältnisse an Bord bestimmen.

Ich hoffe, dass die Situation für Norbert und die anderen Ministen besser ist, als es meine Übersetzung des Berichtes von der Veranstalterseite vermuten läßt, denn andere Informationen bekomme ich ja leider auch nicht!

Der Nordwind bringt eine deutliche Abkühlung mit sich und die schnelle Änderung der Situation wird wohl unter Deck einiges an Chaos angerichtet haben. Die Skipper müssen alles um- und aufräumen, sortieren und neu stauen, die Segel einstellen und sich entweder für einen Kurs nach Süd-West oder Nord-Ost entscheiden. Während des Nachmittags etabliert sich der Wind mit 20 Knoten im westlichen Sektor und wird wohl noch eine Weile anhalten.

Auf der Rückseite der Gewitterfront, die am Nachmittag über Frankreich ziehen wird, ist ein konstanter Wind aus West und damit ‘gegenan’ vorhergesagt. Die Wettervorhersage prognostiziert eine leichte Abschwächung des Azorenhochs und den Durchzug von kleineren Kaltfronten zwischen dem 43ten und 47ten nördlichen Breitengrad. Diese Situation impliziert das Vorherrschen von südwestlichen Winden.

Es wird eine mühsame Kreuz mit vielen Schlägen, bis die Minis die Biskaya hinter sich gebracht haben, die sie im Moment vermöbelt (sortir de ce Gascogne qui cogne !).

Im Wesentlichen gibt es zwei Möglichkeiten: in Richtung der spanischen Küste fahren, um auf einen Winddreher auf Süd-West zu warten und durch die Landabdeckung von einer flachen Welle zu profitieren, oder zu versuchen Raum nach Westen gut zu machen, was ständiges Wenden und häufige Manöver in einer aufgewühlten See bedeutet….

Auf dem Wasser haben sich die am Sonntag eingeschlagenen ‘Extremrouten’ nach Norden und Süden noch verstärkt. Im Moment nimmt Norbert die südlichste Position im Feld ein und Stéphane Le Diraison, 679 Cultisol weiterhin die nördlichste. Aber selbst in der Mitte, in der Nähe der Direktroute - der Orthodrome - ist das Feld aufgesplittet. Der Führende des Tages Etienne Bertrand, 719 Senior Blue bevorzugt ebenfalls die Süd-West-Route.

Bis die Reihenfolge des Classements auf dem offenen Atlantik dann an Aussagekraft gewinnt, wird jedoch noch etwas Geduld und für die Segler jede Menge Wenden erforderlich sein.

Zwei Minis befinden sich momentan auf dem Rückweg. Benoît Amalric, 486 Tchao nach Les Sables wegen Problemen mit dem Autopiloten und Pierre Brasseur, 348 Région Nord Pas de Calais-Ripolin nach Lorient wegen einem Leck des Wasserballastes.

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